Die 16 Motoren des Golfschwunges:
Teil 12 - Den Widerstand zur Verlangsamung des Schlägerkopfes brechen
----------------------------------------------------------
Anmerkung: Dies ist eine 16-teilige Serie. Wenn Sie sicher gehen wollen, dass Sie alle Teile erhalten, registrieren Sie Ihre Email-Adresse bitte unter www.perfektergolfschwung.de. Zudem erhalten Sie, wenn Sie sich noch heute eintragen, ein kostenloses Golf-Witze Buch mit 73 Seiten.
----------------------------------------------------------
Zuerst einmal eine kleine persönliche Anmerkung. Ich habe Emails von Lesern bekommen, die einige Dinge wissen wollten und die ich hier zunächst kurz ansprechen möchte:
a. Diese Reporte repräsentieren meine eigene Meinung, nicht die von Leslie King. Und ich bin mir nicht sicher, ob er alles genauso gesehen hätte. Deswegen bin nur ich dafür verantwortlich.
Zu meiner Verteidigung möchte ich hier vorbringen, wenn Sie sich Golf-Profis mit solch verschiedenartigen Schwüngen wie denen von Jim Furyk, Fred Couples, John Daly, Lee Trevino und Arnold Palmer ansehen, Sie feststellen werden, dass es viele unterschiedliche Arten gibt, einen Golfball erfolgreich zu treffen und Turniere zu gewinnen.
b. Zudem bin ich mir bewusst, dass einige Kraftquellen sich widersprechen bzw. nicht kompatibel zueinander sind. Mein Ziel in diesen Reporten ist es, lediglich die verschiedenen Kraftquellen aufzulisten und im einzelnen zu erklären. Sie als Golfer können davon für sich umsetzen was immer Sie möchten, genauso, wie Sie einzelne Techniken davon komplett verwerfen können. UND, ich erkläre in den Reporten nicht die korrekte Abfolgesequenz beim Schwung. Ich beschreibe lediglich die Kraftquellen und was zur Verständlichkeit erforderlich ist.
Nun, zum Kern dieses Reportes.Golf-Profis werden ihren Studenten oft sagen "Schwingen Sie komplett den ganzen Weg durch den Ball hindurch"! Jetzt möchte ich in diesem Report etwas genauer erklären WARUM.
Dies wird ein wenig technisch, also haben Sie bitte Geduld mit mir.
Wenn ein Golfball von einem Golfschläger getroffen wird, gibt es drei separate und deutliche Phasen der Kollision.
Hier ist ein Überblick:
Erstens, der Schlägerkopf hat Kontakt mit dem Ball, DRÜCKT IHN ZUSAMMEN und DEFORMIERT den Ball. Diese Zusammenstauchung wird als Energie im Ball gespeichert.
Zweitens, wenn der Ball nicht weiter zusammengedrückt werden kann, fängt der Schlägerkopf an, den zusammengedrückten Ball entlang der Schwunglinie nach vorne zu schieben.
Drittens, wenn der Schlägerkopf durch den Aufprall auf den Ball langsamer wird, wird andererseits der Druck auf den Ball freigesetzt und der Ball SPRINGT (wie ein Gummiball) sprichwörtlich vom Schlägerkopf herunter.
Die Energie vom SRUNG kommt vom Material her aus dem der Ball gemacht ist und welches ihn wieder in seine ursprüngliche Form zurückbringt.
Wieviel der anfänglichen Energie beim ersten Aufprall auf den Ball zurückgegeben wird, wenn er dann vom Schlägerkopf abspringt, nennt man Rückgabe-Koeffizienten oder kurz CR (CR vom englischen "coefficient of restitution").
Wenn der CR 100% ist, dann wird 100% des Energie-Inputs vom Ball wieder zurückgegeben, wenn er von dem Schlägerkopf abspringt.
In der realen Welt ist dies aufgrund von Reibung und Hitze nicht möglich.
Golfbälle von hoher Qualität, die bei einem sehr sauberen Aufprall getroffen werden, erreichen einen CR von
rund 80%.
Lassen Sie uns nun einmal durchgehen, wie der Schlägerkopf den Ball mit etwas Geschwindigkeit trifft. Und ich werde die Zahlen einfach halten, damit die Mathematik nachvollziehbar bleibt.
Nehmen wir einmal an, dass der Schlägerkopf eine Geschwindigkeit von 100/kmh erreicht und auf einen Golfball trifft, der still liegt. Der Schlägerkopf kommt dann in Kontakt mit dem Ball und fängt an, diesen zu deformieren. Die Energie aus diesem Vorgang wird im Golfball gespeichert.
Der Schlägerkopf fängt durch den Aufprall auf den Golfball an, an Geschwindigkeit zu verlieren und bewegt sich zu dem Zeitpunkt nur noch mit 50 km/h. Bei dieser Geschwindigkeit von 50 km/h springt der Ball vom Schlägerkopf mit einem Energie-Äquivalent von 80% der 100 km/h (die Anfangsgeschwindigkeit beim Aufprall) = 80 km/h. Deswegen ist die addierte Gesamtgeschwindigkeit des Golfballes dann 50 km/h (Geschwindigkeit bei der Trennung vom Schlägerkopf) + 80 km/h Sprung = 130 km/h.
Obwohl wir den Schlägerkopf nur mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h schwingen, sind wir in der Lage, den Ball auf eine Geschwindigkeit von 130 km/h zu bringen, weil wir die Energie, die in dem Ball gespeichert ist, mit der Energie des schwingenden Golfschlägers kombinieren. Genau deswegen hat der Golfball eine größere Geschwindigkeit als der sich bewegende Schlägerkopf!
Nun, wie kann der Golfer eine schnellere Schlägerkopfgeschwindigkeit bekommen, ohne sich schneller zu bewegen? Antwort: Indem er der Verlangsamung des Schlägerkopfes widersteht (wie die Golf-Profis sagen - schwingen Sie ganz durch den Ball hindurch). Lassen Sie mich dies illustrieren.
Jetzt nehmen wir einen zweiten Fall an: All diese Werte im zweiten Fall sind genau dieselben wie im ersten Fall oben, AUSSER der Geschwindigkeit mit der der Schlägerkopf bewegt wird, wenn er auf den Ball trifft. Diese ist diesmal nicht nur 50 km/h, sondern 80 km/h, weil der Golfer der Tendenz den Schlägerkopf beim Aufprall langsamer werden zu lassen, widersteht. Der Golfer hat in dem Fall den Schläger weiter durchgeschwungen, vorbei am Aufprallpunkt und durch den Ball hindurch.
Die resultierende Geschwindigkeit des Balles ist nun 80 km/h (Schlägerbeschleunigungsgeschwindigkeit bei der Trennung) + ein 80 km/h Sprung (80% von 100 km/h, die Grundgeschwindigkeit beim Aufprall auf den Ball) = 160 km/h.
OHNE DEN SCHWUNG ZU BESCHLEUNIGEN, íst die Ballgeschwindigkeit von 130 km/h bis auf 160 km/h hochgegangen - eine Erhöhung von 23%!
Hieraus kann man zwei Lektionen lernen.
1. Wenn Sie eine Körperposition einnehmen, die der Verlangsamung des Schlägerkopfes widersteht, dann können Sie beachtliche Geschwindigkeitszuwächse für den Ball erreichen, ohne den Schläger schneller zu schwingen.
2. In dem oben genannten Beispiel habe ich immer einen CR-Wert von 80% angenommen. Aber in Wirklichkeit kommen nur einige Golf-Profis überhaupt in die Nähe dieses Wertes. Viele Amateure haben Werte zwischen 30-70%, weil diese den Ball nicht exakt genug an der optimalen Stelle treffen. Daraus resultiert dann die verlorene Geschwindigkeit des Golfballes.
Indem Sie ganz einfach den optimalen Aufprallpunkt auf den Ball sauberer mit dem Schlägerkopf treffen, sind Sie in der Lage, näher an diesen 80% Wert heranzukommen und größere Weiten zu erzielen, ohne schneller zu schwingen.
Bis zum nächsten Report.
Beste Grüße
Ihr John Matherly
http://www.perfektergolfschwung.de/
P.S.: Für das Golfspiel muss man selbstverständlich auch fit sein. Hier ist ein Golf Fitness Ebook (auf engl.) das ich Ihnen empfehlen kann.